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Berichte

"Erlebniswelt Bier" am 14. Januar 2017 im Krummhardter Besen

Die erste Probe war ein typisches Craftbier, ein Nittenauer Indian Pale Ale. Ein Ale-Bier ist grundsätzlich ein obergäriges Bier, während Lagerbiere untergärig eingebraut werden. Das Craftbier bestach durch seinen intensiven Geschmack nach Litschi und Holunder und wurde durch seinen Geschmack und die nach Bernstein erinnernde Farbe auf ein Bier mit hoher Stammwürze und ca. 5,5% Alkohol geschätzt.
Und genau diese Einschätzung wollte Jürgen Arndt mit diesem alkoholfreien Bier erzielen. Die Besucher waren verblüfft.
Bei der zweiten und dritten Probe wurden die beiden Weizenbiere der Kaiserbrauerei aus Geislingen verglichen – Kristallweizen und Hefeweizen. Das obergärige Kristall hatte beim WordBeerAward zuerst den Landespreis Deutschland, dann weltweit den ersten Platz in der Kategorie „Kristallweizen“ belegt. Der gebürtige Rheinland-Pfälzer Arndt erklärte den Bierinteressierten, dass Weizenbiere immer obergärig sind, was von früheren Zeiten herrührte, als es noch keine Kühlmöglichkeiten im Sommer gab. Untergäriges Bier, das länger haltbar ist, und kühle Temperaturen beim Hopfenzusatz im Sud benötigt, konnte somit nur im Winter eingebraut werden.
Die vierte Bierprobe war ein Kooperationsbier von Jürgen Arndt, der in seiner Garage selbst braut, mit der Lammbrauerei Hilsenbeck aus Gruibingen. In Zukunft sind noch weitere Kooperationsbiere geplant.
Dass Jürgen Arndt Hobbybrauer mit Leib und Seele ist, zog sich durch den ganzen langen Abend. Sein enormes Wissensspektrum würzte er dabei mit zahlreichen Anekdoten und lockeren Sprüchen, so dass selbst bei spezifischen Fachausdrücken keine Langweile aufkam.
Die fünfte Probe war ein stark hopfenbetontes Weizenbier. Man kann kaum glauben, dass es weltweit mehr als 300 Hopfensorten gibt, darunter viele Aromahopfen, die das Bier später nach Karamell, Litschi, Maracuja oder vielen anderen Geschmackssorten schmecken lassen. Mit weiteren 30 Malzsorten und über 200 Hefestämmen lassen sich so viele Bierkreationen einbrauen – und das immer nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516!
Für die letzten beiden Proben hatte der 56jährige Ingenieur Arndt extra für diesen Abend zwei Biere im Fass eingebraut – das Grundbier war dasselbe, das erste jedoch obergärig und das zweite untergärig eingebraut. Erstaunlich, welch Geschmacksunterschied dabei herauskam, obwohl das Grundbier dasselbe war!
Trotz sehr vieler Informationen, teilweise auch sehr speziell, blieb das ein oder andere in den Köpfen der Bierseminarbesucher hängen: warum gibt es im Süden Deutschlands, vorwiegend in Bayern, mehr Weizenbier als im Norden, wo doch eher Pils gebraut wird? Es liegt schlichtweg am Härtegrad des Wassers. Weizenbier kann mit hartem Wasser eingebraut werden, während Pils sich nur mit weichem Wasser brauen lässt, damit es rundum gelingt. Wieder etwas gelernt!
Mit der Auswertung seines Bierquizes und einem gefrorenen Bier, bei dem dann kopfüber nur der Extrakt inklusive Alkohol in die Gläser tropfte, schloss die „Erlebniswelt Bier“ seine Pforten.



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